Bleckeder Fohlen: 4.000 Kilometer nach Rom und zurück


Das muss wahre Liebe sein! Vom 20. bis 22. Februar fuhren die Bleckeder Fohlen mit dem Bus in die „Ewige Stadt“, nach Rom, um Borussia Mönchengladbach gegen Lazio Rom zu unterstützen. Abgesehen von den 90 Minuten Fußball, war die Tour ein Erlebnis der besonderen Art. Mittendrin Maximilian Alpers, der alles gab, seine Erlebnisse schildert, wie sie nur rein echtes Fohlen schildern kann:

Donnerstag, 20.12.2012
Borussia hatte gerade souverän die Europapokal-Vorrunde überstanden und nun stand die Auslosung an. Welcher Gegner würde es sein? Müssen die Borussen in den kalten Norden oder gibt es wieder ein paar Tage Sandstrand?
Eine kurze What´s App Nachricht am 20.12.2013, um 15:39, genügte:

Die Frage war nur, wie kommen wir nach Rom? Mit dem Bus, Auto oder Flugzeug? Alle suchten nach guten Angeboten. Leider war nichts unter 300 € zu bekommen.

Dienstag, 08.01.2013
Unser Präsident (Raphael Buchholz) hat ein gutes Angebot aus Mönchengladbach erhalten, 120 € Busfahrt nach Rom. Abfahrt 16 Uhr, am 20.03., alle stimmten sofort zu.

Mittwoch, 20.03.2013
Endlich ging es los, ins Stadio Olympico! 10 Uhr war treffen in Egestorf. Fahrerin Carina hatte alles vorbereitet und sich extra für die Fahrt nach Gladbach ein neues Auto gekauft, um dem besonderen Anlass, den nötigen Respekt zu erweisen. Die Bleckeder Jungs, Raphael und Marcel, waren gut drauf und Pedro (Julian Paul) verabschiedete uns, da er leider arbeiten musste.
10:15 Uhr: Das erste Bier, oh ja und es schmeckte.
13:30 Uhr: Ankunft in Mönchengladbach, jetzt erst mal einen schönen Stadionbesuch mit lecker Currywurst im Borussia Park. Danach Fotos von der Meisterschale, DFB-Pokal und Europapokal gemacht.
16:30 Uhr ging es endlich vom Busbahnhof in Mönchengladbach los.
Informationen machten die Runde, dass mehr als 10.000 Borussen den Weg in die „Ewige Stadt“ suchen werden. Treffpunkt wird die spanische Treppe werden, dazu nachher mehr.
Die Busfahrt war lang, sehr lang. Aber das Altbier und die Fohlen-Schlückchen schmeckten hervorragend.
23:35 Uhr: Endlich war die Schweiz erreicht, auch der reichliche Alkoholgenuss hat die ersten Schlafopfer gefordert.
Gegen 2 Uhr nachts war eine kleine Nachtruhe angesagt. Gegen 7 Uhr morgens hieß es „Bella Italia“.

Donnerstag, 21.02.2013
11:00 Uhr: Endlich waren wir in Rom angekommen, aber wo müssen wir hin? Treffen war am Piazza del Popolo. Eines ist sicher, Busfahren oder Autofahren in Italien ist kein Spaß! Wir fuhren sage und schreibe zwei Stunden in Rom hin und her! Unser Busfahrer hat sogar einen Taxifahrer arrangiert vorgefahren ist, nicht einmal das klappte …
13:00 Uhr: Nach zwei Stunden waren wir endlich am Piazza del Popolo. Wir hatten nun 3 Stunden Aufenthalt in Rom und konnten die Gegend unsicher machen, um 16 Uhr gab es einen Busshuttle zum Stadion. Zuvor ging es um 15 Uhr zur Spanischen Treppe, dem Treffpunkt aller Borussen. Und es lohnte sich! Das Fantreffen übertraf wohl alles, was wir jemals als Gladbachfans gesehen haben. Tausende Gladbacher fanden sich auf der Treppe ein. Später war nicht ein Zentimeter mehr auf der Treppe frei, und auch der Piazza di Spagna war überfüllt mit Borussen. Die Lautstärke der gemeinsam angestimmten Lieder konnte locker mit der in einem Stadion mithalten. Irgendwann tauchte ein gelber Fußball auf, der immer und immer wieder in die Luft geschossen wurde. Einem Borussen gelang es, unter dem Jubel der Anwesenden, dann tatsächlich, den Ball in einem Fenster, eines an die Treppe angrenzenden Hauses, zu versenken. Als das Präsidium - wie bei den anderen europäischen Spielen auch - gegen Nachmittag auftauchte, war Hans Meyer der am meisten Gefeierte. Auch jetzt fällt es noch immer schwer, die zahlreichen Eindrücke von diesem Fantreffen in Worte zu fassen … es war einfach überwältigend.
Um 16 Uhr ging es zum Busshuttle. Gegen 17 Uhr waren wir endlich im Stadion angelangt und es war atemberaubend. Ich dachte schon, der Treffpunkt an der Spanischen Treppe wäre unglaublich gewesen, doch was im Stadion passierte war noch unfassbarer!
Ruck zuck füllte sich der Gästeblock mit 10.000 Borussen und eine Stunde vor dem Spiel wurde ein unglaublicher Support angestimmt. Als es losging wurde eine Choreo mit tausenden Fahnen …? Zum Spiel brauche ich nichts erwähnen … Nach dem Spiel kam die übliche Blocksperre (1 Stunde Wartezeit im Block).  Na ja, aus einer Stunde wurden
2,5 Stunden und wer zum Henker waren eigentlich die drei Busfahrer, welche fünf Mal vom Stadionsprecher aufgefordert worden sind, sich zu melden?! Während der Blocksperre feierte man sich halt selbst und grölte noch fröhlich hin und her, obwohl man verloren hatte.
Nach einer Stunde kamen sogar die Spieler nochmals aus der Kabine und machten Fotos und Videos von der gewaltigen Kulisse, selbst sie waren wohl beeindruckt, dass die Fans trotz einer Niederlage die Mannschaft feierten. Jeder Spieler durfte noch eine eigene Laola
machen und dann wurde die Blocksperre aufgehoben. Vor der Abfahrt zum Stadion wurde uns klar gemacht, dass wir uns wieder am Piazza del Popolo treffen, so gingen wir zum Shuttle und fuhren los. Leider hat keiner von uns darauf geachtet, dass der Bus zum Hauptbahnhof fuhr, da uns mitgeteilt wurde, dass JEDER Bus zum Piazza fährt. Nun, nach 30 Minuten Fahrt standen wir am Hauptbahnhof. Wir waren ziemlich ratlos
und fragten einen der Polizisten, der uns in einen Bus stecken wollte. Wir lehnten ab und hatten Glück, ein freies Taxi zu erwischen. Nach 5 Minuten waren wir am Piazza del Popolo und dieser war menschenleer! Kein einziger Bus von ca. 30 Stück, kein Mensch …oh man,
wir hatten echt Panik! Während Raphael den Reiseleiter kontaktierte, trafen immer mehr Borussen dort ein und schließlich war es eine gut 30-Mann-Truppe.Wir wurden dann erneut mit dem Bus abgeholt und zum Stadion gebracht, wo unsere Reisebusse warteten, nun
konnte es nach kurzer Wartezeit auf andere Borussen, um ca. 0:30 Uhr in Richtung Heimat gehen

Freitag, 22.02.2013
Die Rückfahrt war ein wenig mehr gesittet, viele waren kaputt von der Fahrt. Am Freitag gegen 19 Uhr waren wir wieder in Mönchengladbach und schließlich um 23
Uhr wieder in Egestorf, wo es ein nettes Abschlussbier gab und wir freundlich von Julian wieder begrüßt worden
sind. Für die Bleckeder ging es in Richtung Heimat, nur ich musste noch weiterziehen, man munkelt, ich sei vor dem Morgengrauen nicht Zuhause gewesen. Samstag stand um 13 Uhr das große Kickerturnier von luenesport.de an, an dem ich trotzdem teilgenommen habe. Im Großen und Ganzen war es eine sehr geile Fahrt! Wir haben viele nette Leute getroffen und es entstanden daraus sogar neue Freundschaften.

Ein Zitat fand ich
Tage später eindrucksvoll: „Wenn sich ein Verein in den 70er Jahren in ganz Deutschland in die Herzen der Fans spielt und dann Jahrzehnte keinen Titel holt, dann fährt
dieser Verein nach Rom und da stehen 10.000 Fans, und Italien versteht die Welt nicht mehr, weil man so was gar nicht erklären kann. DAS ist Tradition

Quelle Texte: www.luenesport.de